NordOst: Neues Gesicht am Nordostbahnhof

Foto: SIGENA Nordostbahnhof
Seit Anfang des Jahres ist Julia Gebhardt die neue Ansprechpartnerin im SIGENA-Nachbarschaftstreff am Nordostbahnhof. Im Interview erzählt sie, wie sie zur Quartiersarbeit gekommen ist, was sie an ihrer neuen Aufgabe besonders schätzt und welche Themen ihr für die kommende Zeit wichtig sind.
Frau Gebhardt, wie sind Sie auf die Stelle aufmerksam geworden – und was hat Sie daran gereizt?
Im Rahmen meines Masterstudiengangs Gerontologie habe ich ein Praktikum im SIGENA-Nachbarschaftstreff in Gibitzenhof gemacht. Das hat mir so gut gefallen, dass ich sofort wusste: Auf eine offene SIGENA-Stelle möchte ich mich bewerben. Besonders angesprochen hat mich am Nordostbahnhof die Kombination mit der Koordination des Seniorennetzwerks. Ich habe mich schon im Studium auf die Arbeit mit älteren Menschen spezialisiert.
Können Sie uns etwas zu Ihrem beruflichen Weg erzählen?
Ich habe Soziale Arbeit in Nürnberg studiert. Danach war ich kurze Zeit in einem Seniorenheim in der psychosozialen Betreuung tätig, anschließend habe beim Integrationsfachdienst gearbeitet und Schülerinnen und Schüler mit geistiger Behinderung oder Lernbehinderung beim Übergang auf den ersten Arbeitsmarkt unterstützt. Später habe ich dann den Masterstudiengang Gerontologie begonnen. Studienbegleitend war ich bei der Caritas im Nürnberger Land tätig, mit ersten Erfahrungen in der Quartiersarbeit. Dort habe ich zwei Wohnprojekte und einen ehrenamtlich geführten Second-Hand-Laden koordiniert, Veranstaltungen und Gruppenangebote organisiert, Bewohnerinnen und Bewohner beraten und Netzwerkarbeit übernommen.
Wie sind Ihre ersten Eindrücke am Nordostbahnhof?
Ich habe mich inzwischen ganz gut eingelebt und verstehe die Abläufe im Nachbarschaftstreff immer besser. Besonders gefreut hat mich, dass mich die Bewohnerinnen und Bewohner und auch die Ehrenamtlichen so gut aufgenommen haben. Ganz angekommen bin ich sicher noch nicht, das braucht einfach etwas Zeit.
Was gefällt Ihnen an der Arbeit im Treff besonders gut?
Am schönsten ist es für mich, wenn im Treff etwas los ist. Ich komme gern bei den verschiedenen Gruppenangeboten mit den Bewohnerinnen und Bewohnern ins Gespräch, zum Beispiel beim Mittagstisch, beim Gedächtnistraining oder in der Handarbeitsgruppe. Besonders schön finde ich auch den offenen Spieletreff, der seit März wieder jeden Mittwoch stattfindet. Es ist einfach schön zu sehen, wenn die Menschen gern kommen oder wenn man jemandem bei einem persönlichen Anliegen weiterhelfen konnte.
Welche Ziele haben Sie für Ihre neue Aufgabe?
Das regelmäßige Programm habe ich zunächst von meiner Vorgängerin übernommen. Es ist sehr umfangreich, und ich bin froh, dass trotz des Wechsels vieles gut weiterlaufen kann. Deshalb möchte ich erstmal nicht zu viel verändern. Es gibt zwar schon einige Ideen, aber vieles ist noch nicht spruchreif und ich kann noch nicht sagen, was sich tatsächlich umsetzen lässt. Im Laufe des Jahres möchte ich aber durchaus auch eine persönliche Note einbringen. Wichtig ist mir dabei, die Ideen und Wünsche der Menschen aus dem Stadtteil einzubeziehen. Ein zentrales Ziel ist außerdem, neue Ehrenamtliche zu gewinnen und auch Bewohnerinnen und Bewohner anzusprechen, die den Nachbarschaftstreff bisher noch nicht besucht haben.
Interview: Julia Römer