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SüdWest: Neues Gesicht in Sündersbühl

Frau Kühn, was macht den Reiz von SIGENA aus Ihrer Sicht aus? Was begeistert Sie an dieser Arbeit?

Bei einem Stadtteil-Netzwerktreffen im Sommer 2025 hatte meine Vorgängerin von ihrem Stellenwechsel und Weggang von SIGENA erzählt. Da war für mich klar: Ich werde mich bewerben. Am meisten hat mich gereizt, dass SIGENA ein Ort für nachbarschaftlichen Austausch ist; dass die Menschen aus der Umgebung einen Ort zum Treffen und zum Gestalten haben. Wir haben viele Stammgäste, aber immer wieder auch neue Gesichter hier in Sündersbühl. Die Kontakte, die sich bei SIGENA ergeben, spielen dann auch in das restliche Leben der Menschen mit hinein. Freundschaften entstehen, und es entwickelt sich eine Nachbarschaftshilfe, die heutzutage oft nicht mehr zu finden ist. 

Welcher Tätigkeit sind Sie vorher nachgegangen?

Von der Ausbildung her bin ich Kunsthistorikerin. Bei meinen Tätigkeiten in der Museumspädagogik und Erwachsenenbildung habe ich dann gemerkt, dass mir die Arbeit mit Menschen sehr viel Spaß macht. So ist der Wunsch entstanden, mich beruflich zu verändern und „irgendwas Sinnvolles mit Menschen zu machen“ (lacht).  Der erste Schritt in diese Richtung war eine Stelle bei der Vesperkirche Nürnberg, wo ich das Projektbüro geleitet habe, in der Betreuung der Ehrenamtlichen involviert war und das Fundraising gemacht habe. Daran anschließend war ich beim Zentrum Aktiver Bürger Nürnberg als Ehrenamtskoordinatorin für Projekte in den Stadtteilen St. Leonhard/Schweinau/Sündersbühl verantwortlich. Hier habe ich dann auch schon SIGENA Sündersbühl und meine Vorgängerin kennengelernt und mich tatsächlich schon ein bisschen in SIGENA „verliebt“.

Wie waren die ersten Monate? Welche Herausforderungen gab es? Was gefällt Ihnen besonders gut?

Die ersten Monate sind wild und wunderbar (lacht). Es waren viele verschiedene Aufgabengebiete und Themenfelder, in die ich mich einarbeiten musste. Oft hat der Kopf gerauscht. Dabei hatte ich aber immer die Stadtmission als unseren Träger und die wbg an meiner Seite. Es war immer jemand bei Fragen da. Sehr hilfreich war auch der Austausch mit den anderen SIGENA-Koordinatorinnen. Auch auf mein, durch meine vorangegangene Stelle schon bestehendes Netzwerk im Stadtteil konnte ich aufbauen. Ich kenne ja die Akteure und Kooperationspartner der Einrichtungen im Stadtteil bereits. Positiv ist vor allem, dass mich die Gäste, Ehrenamtlichen und Gruppen im Haus mit offenen Armen empfangen haben. Man wird als Koordinatorin (schnell) Teil der Gemeinschaft und ist nah dran am Leben der Menschen. Das tut mir gut. Es ist nicht anonym, eher wie in einer großen Familie.  Besonders schön ist es, wenn wie gemeinsam scherzen und lachen. Aber auch die traurigen Dinge haben ihren Platz bei uns - und die nehme ich dann auch ein Stück weit mit heim. Das gehört dazu.

Was möchten Sie als SIGENA-Koordinatorin anders machen?

Ich habe zu Beginn des Jahres die ehrenamtlich betreute Handysprechstunde wieder aufleben lassen. Diese war ein bisschen eingeschlafen. Nun läuft das Angebot wieder und wurde erstaunlich schnell gut angenommen. Thema des Frühlings ist die Etablierung eines neuen Offene Treffs: Zusätzlich zum Offenen SIGENA-Treff am Dienstagnachmittag gibt einen Offenen Frühstücks-Treff am Donnerstag. Hier bringen alle eine Kleinigkeit zum Frühstück und dann Zeit für Gespräche und Austausch. Auch sollen zukünftig Gäste zu speziellen Themen eingeladen werden. Außerdem möchte ich das Thema Kultur und Kreativität ausweiten. Hier gab es bei SIGENA in der Vergangenheit schon Angebote, die ich gerne weiterführen möchte.

Interview: Julia Römer

Sabrina Kühn ist die neue SIGENA-Koordinatorin in Sündersbühl.

Foto: privat